Nein sagen lernen- warum es so wichtig ist

Wer nein sagen kann, erreicht, dass seine Mitmenschen sein Ja mehr schätzen!

Wer hingegen immer Ja sagt, muss erfahren, dass seine Hilfsbereitschaft zur Selbstverständlichkeit wird– und damit kaum noch Wertschätzung oder Dankbarkeit findet. „Everybody´s darling ist zum Schluss jedermanns Depp“- das wusste schon Franz Josef Strauß.

Wer immer nur Ja sagt, hat immer mehr das Gefühl, zu kurz zu kommen: er sieht sich immer mehr in der Opferrolle und fühlt sich nicht gewürdigt. Und außerdem ärgert er sich immer mehr über sich selbst und seine Gutmütigkeit.

Wie kann ich leichter nein sagen?

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. So kann Dir das Nein leichter fallen:

1. Mache einen Alternativ-Vorschlag zu dem, worum Du gebeten wirst.
2. Begründe das Nein– ohne Dich zu rechtfertigen
3. Wie gehst du selber mit einem Nein um? Was für ein Nein kannst du am ehesten akzeptieren? Wenn Du das weißt, weißt Du auch, wie Du am ehesten Nein sagen kannst.
4. Überlege Dir, was schlimmstenfalls passiert, wenn Du nein sagst– was ist die schlimmste Konsequenz? Hier liegen Deine grundlegenden Überzeugungen, die Dich blockieren; und hier ist der Schlüssel zum Nein ohne schlechtes Gewissen.

So sagst Du nein- ohne schlechtes Gewissen

1. Der Alternativ-Vorschlag

ist so ein bisschen das Nein für Einsteiger: wenn Du eine Alternative anbietest, milderst Du Dein Nein ab und zeigst, dass Du dem anderen helfen möchtest. Hierzu ein Beispiel: Wenn Dich jemand bittet, ihm am Tag seines Umzugs in seine neue Wohnung zu helfen, kannst Du ihm stattdessen anbieten, vorher mit ihm zusammen ein paar Kisten zu packen. Oder ein weiteres Beispiel: Jemand bittet Dich, seine Geburtstagsparty bei ihm vorzubereiten- Kochen, Saubermachen, Buffet vorbereiten usw.. Biete ihm an, anstelle dessen  einen Salat oder einen Kuchen mitzubringen.

2. Das Nein kommt besser an, wenn Du es begründest

Derjenige, der Dich um Hilfe am Umzugstag bittet, wird Verständnis haben, wenn Du sagst, dass Du beispielsweise Probleme mit dem Rücken hast oder am Tag des Umzugs schon verplant bist.
Das Geburtstagskind wird das Nein besser annehmen, wenn Du ihm sagst, dass Du an dem Tag vor der Feier schon etwas vorhast, was Du nicht absagen kannst oder möchtest.
Wichtig ist, sich keine Ausreden auszudenken, sondern bei der Wahrheit zu bleiben. Denn wenn das nicht so ist, wirkst Du wenig glaubwürdig und hast hinterher obendrein noch Gewissensbisse. Und- Du musst Dich auch nicht dafür entschuldigen– Du bist schließlich nicht verpflichtet, dem anderen einen Gefallen zu tun!

Und natürlich gibt es immer mal Leute, die ein Nein nicht verstehen oder beleidigt sind- aber das ist dann wirklich ihr Problem!

3. Sag so nein, wie Du selber ein Nein am ehesten akzeptieren kannst!

Oft macht einfach der Ton die Musik. Wenn wir freundlich ablehnen und dabei vielleicht auch noch zugeben, dass uns das ganz schön schwerfällt, wird das in den meisten Fällen auf Verständnis stoßen. Wenn Du Dich innerlich Nein sagen hörst,wie hörst Du Dich da an? Genervt, verärgert, ungeduldig, schroff? Oder eher schuldbewußt oder verschämt? Dabei sind es häufig nicht unsere eigenen inneren Stimmen, sondern die Stimmen von denen, die in unserer Kindheit Nein zu uns gesagt haben- Eltern, Erzieher oder Lehrer.

4. Glaubenssätze hindern uns daran, nein zu sagen

Was wäre denn das Allerschlimmste, was passieren kann? Lass mal Dein Kopfkino laufen: was ist denn die ultimative Katastrophe als Folge auf ein Nein?

In meinen Coachings treffe ich in den meisten Fällen auf diese Überzeugungen:
a) Die Angst vor Ablehnung ist eine der häufigsten Gründe, warum wir es nicht über das Herz bringen, Nein zu sagen. Denn wir haben als Kinder oft die Erfahrung gemacht, dass wir für unser Nein Ärger bekommen haben. Mama oder Papa waren böse auf uns, wenn wir, besonders im Trotzalter, alles abgelehnt haben. Und so haben wir gelernt, dass wir nur dann liebenswert sind, wenn wir anderen gefallen und immer schön ja sagen.

b) Der Wunsch, unersetzlich zu sein, treibt viele an, immer Ja zu sagen. Auch hier beeinflusst die Kindheit unser Verhalten. Wenn wir Lob und Aufmerksamkeit vor allem dann bekamen, wenn wir Aufgaben erfüllt haben, kann schon mal das Gefühl entstehen, selber eigentlich ganz unwichtig zu sein.

c) Angst vor Konflikten: Jemand, der die Erfahrung gemacht hat, dass ein Nein nur zu endlosen und vor allem aussichtslosen Diskussionen führt, geht gerne den Weg des geringsten Widerstandes- lieber nimmt er den Gefallen auf sich als zu diskutieren; auch,wenn er zunehmend das Gefühl bekommt, zu kurz zu kommen!

d) Ich muss immer Rücksicht nehmen: Das ist leider bei vielen von uns ein Ergebnis der Erziehung. Wer an sich selbst denkt, ist egoistisch! Zuerst die anderen, zum Schluß ich selbst! Das ist eine ziemlich fiese emotionale Erpressung, weil ich in dem Moment, indem ich meine Interessen wahrnehme, mich selbst nicht leiden kann- denn dann bin ich ja ein Egoist!  Aber wenn ich meine Interessen nicht wahrnehme- wer tut es dann?

Anleitung zum nein sagen lernen

Nein sagen lernen- so gehts!
Fotoquelle shutterstock HBRH

Wie kann ich denn nun nein sagen, ohne mich schlecht zu fühlen? Nimm doch mal eine typische Situation, in der Du bisher immer ja gesagt hast, aber eigentlich nein sagen wolltest. Oder gibt es einen Gefallen, den Du tun sollst, wo Deine Antwort noch aussteht? Und jetzt fang mal an, mental zu üben, d.h. erleb die Situation gedanklich– und zwar mit einem Nein!

Nun geh den Dialog gedanklich durch; also tu so, als würdest Du ihn gerade erleben. Was sagst Du, was der andere? Was siehst Du dabei? Beispielsweise, was macht der andere für ein Gesicht, wenn Du seine Bitte freundlich ablehnst? Und wie fühlst Du Dich dabei? Bestimmt protestiert an einigen Stellen Deine innere Stimme: „Das zieh ich sowieso nicht durch!“ „Der andere ist dann enttäuscht von mir“ usw.

Genau dafür gibt es ein tolles Hilfsmittel: die wingwave-Musik! Du kannst sie im wingwave-Shop kaufen oder direkt auf Deinem Smartphone die wingwave-App runterladen. Und nun brauchst Du nur noch Kopfhörer(ganz wichtig-sonst funktioniert es nicht)- und los geht´s! Wenn Du jetzt beim mentalen Nein sagen auf inneren Protest stösst, bleib mal dabei und beobachte, was für ein Gefühl Du im Körper hast und wie es sich, während Du die Musik im Ohr hast, verändert. Mach das so lange, bis es sich normaler anfühlt, nein zu sagen.

Und das Ganze wiederholst Du immer wieder! Denn dabei passiert etwas im Gehirn, was als Bahnung bezeichnet wird: neue neuronale Netzwerke bilden sich, die ein freundliches Ablehnen möglich machen. Du musst nur dran bleiben!

Mit diesen Tools kannst Du lernen, nein zu sagen- und Dich dabei gut zu fühlen

Wie ich oben schon erwähnt habe, ist die wingwave-Musik ein sehr effektives Hilfsmittel, um sich selbst zu coachen. Hier erfährst Du auch ,wie sie wirkt und warum Du sie über Kopfhörer hören musst.

Ein weiteres Tool ist das Tapping: das Klopfen von Meridianpunkten am Körper hat eine sehr entspannende Wirkung. Hier kannst Du die Technik des Klopfens lernen. Zudem gibt es auch noch viele Bücher zum Klopfen. Ich finde das Buch von Nick Ortner sehr gut geschrieben und super zum Lernen der Methode.

Was Du nicht tun solltest

Es handelt sich hier nicht um eine Challenge im Neinsagen; es geht ja nicht darum, „Neins“ zu sammeln. Wenn Dich jemand bittet, dem Du tatsächlich gerne helfen möchtest, dann tu es! Schlussendlich ist das Ziel ja, frei in seiner Entscheidung zu sein, nein oder auch ja zu sagen.